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Keine Angst vor den Altenheimen
In Deutschland gibt es immer mehr Pflegebedürftige. Zwischen 1995 und 2005 hat sich die Anzahl der Pflegebedürftigen verdoppelt. Im Jahr 2008 waren sie 2,27 Millionen. Frauen sind besonders betroffen: 2009 waren fast 70% der verstorbenen Frauen pflegebedürftig, gegen 47% der Männer. Das lässt sich dadurch erklären, dass Frauen länger als Männer leben. Da die Menschen älter werden, steigt die Anzahl der Dementen erheblich. Laut Statistik werden im Jahr 2060 3,8% der deutschen Bevölkerung an Demenzerkrankungen leiden. Die Eltern und Großeltern werden alt und die Kinder müssen sie pflegen. Viele Familien kommen aber nicht zurecht und tragen eine Doppelbelastung, da die meisten Leute tagsüber arbeiten und sich abends um die Eltern kümmern müssen. Oft hat man schlechtes Gewissen, weil man den Eltern mehr Zeit widmen sollte. Der Arbeitgeber zeigt auch wenig Verständnis. Diese verstrickte Situation führt oft zu Depressionen.

Es ist ausgesprochen wichtig, sich nicht überfordern zu lassen. Da wir keine Übermenschen sind, sondern nur „Menschliches, Allzumenschliches“, kommt uns der Wohlfahrtstaat zu Hilfe. Das Pflegeversicherungsgesetz von 1995 hat zahlreiche Familien gerettet. Seitdem ist jeder Bundesbürger versichert. Wer privat krankenversichert ist, ist gesetzlich verpflichtet, einer Pflegeversicherung beizutreten. Dies ermöglicht zum Beispiel jedem, sich eine Seniorenresidenz zu leisten. Da die Altenheime jedem zugänglich geworden sind, sind sie nicht mehr so gruselig, wie man es sich vorstellt. Es geht nicht mehr nur darum, die alten Menschen zu pflegen, sondern auch und vor allem, dass sie sich wohl fühlen. So werden abwechslungsreiche Aktivitäten organisiert, wie Skatspiele, oder künstlerische Workshops.

Außerdem werden die Pflegebedürftigen besonders gut betreut, da die Pflegehilfskräfte eine hochwertige Ausbildung bekommen. Kurz nach der Verabschiedung des Pflegeversicherungsgesetzes stieg die Zahl der Arbeitskräfte um 50%. Dank dem Job-Boom in der Pflegebranche ist Pflegewissenschaft ein beliebtes Studienfach geworden. Jeder Absolvent kann einen Pflegejob in Köln, Berlin, Hamburg oder der Stadt seiner Wahl finden. Unsere Eltern und Großeltern sind also in guten Händen.
Autor: patricksandig - veröffentlicht am 06.09.2011 - 12:19:57 - letzte Überarbeitung am 06.09.2011 - 12:19:57

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Kategorie: Gesundheit & Medizin
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