Der nasse Sommer ist Gefahr für das aktuelle Weinjahr
Ob das Weinjahr 2010 ein gutes Jahr werden wird, kann noch nicht abschließend beantwortet werden. Doch nicht nur der nasse August hat die Angst der deutschen Winzer geschürt. Der Sommer verregnete den Weinbauern in der Bundesrepublik buchstäblich die Ernte. Teilweise fielen im Sommermonat August mehr als 160 Liter Regen pro Quadratmeter. Ein Drittel dieser Menge gilt als normal. Auch der September hat sich nicht von seiner besten Seite gezeigt.
Der nasse Sommer hat Folgen, denn die Fäulnisgefahr der Weintrauben steigt erheblich. Und mit der Fäulnis sind Ernteausfälle zu befürchten. Denn wenn die Trauben faulen, steigt die Handarbeit bei der Weinlese. Die angefaulten Trauben müssen arbeitsintensiv abgetrennt und entfernt werden. Für den frühreifen Müller-Thurgau oder aus Marketinggründen auch Rivaner genannt, können die Winzer schon jetzt die Ernteausfälle beziffern. Die Ernte der mittel- bis spätreifen Sorten wie der Burgunder oder Silvaner könnte noch zu retten sein. Wenn das Wetter mitspielt.
Mit Blick auf die zu erwartende Ernte eröffnete Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) die fränkische Weinlese mit der Aussage: „Ein schwieriges, aber spannendes Weinjahr“. Unterdessen beschwichtigen machen Winzer und Weinanbauverbände die Situation. Man sei schon in den vergangenen Jahren mit vielen Wettersituationen fertig geworden. Auch sei der Jahrgang nicht so schlecht, wie vielfach befürchtet. Denn neben der Lese in Handarbeit könne auch durch die Kellertechnik der Jahrgang „gerettet“ werden.
Daneben sieht die Situation beim Rotwein erheblich schlechter aus. Viele Trauben seien aktuell noch grün. Der Reifezustand sei zudem von Rebstock zu Rebstock extrem unterschiedlich. Auch dies erhöht den manuellen Arbeitsaufwand bei der Lese und Weiterverarbeitung enorm. Schon jetzt befürchten Winzer, dass dieser Jahrgang keine großen Rotweine hervorbringen werden. Auch treffen viele Winzer die Vorhersage, dass viele Rotweine nur als Roséweine gekeltert werden. Andere Winzer halten diese Vorhersage für zu früh. Einig sind sie sich nur bei einer Aussage: Eine Chance auf großen Eiswein ist vertan. Diese Qualität werden die Trauben in diesem Jahr nicht mehr erreichen.
Autor: edle-troepfchen - veröffentlicht am 01.10.2010 - 14:25:01 - letzte Überarbeitung am 01.10.2010 - 14:25:01
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